Shakin‘ All Over

Im Jahre 2000 erschien das Buch Shakin‘ All Over (ISBN 3-89064-510-0)  bei High Castle, einem Subverlag von Fantasy Productions. Die zweite Auflage von 2001 ist noch einmal lektoriert worden, kleinere Ergänzungen wurden eingearbeitet, doch die Story der deutschen Lords war immer noch nicht ganz korrekt. Da müsst ihr nun die Linernotes zu den beiden Wiederveröffentlichungen 1 bei Bear Family Records lesen. Aber ich konnte noch eine wichtige Vervollständigung vornehmen: eine zweite deutsche Band, die im berühmtesten aller berühmten Keller gespielt hat – im Cavern Club, Home of The Beatles. Ich sage nur: The Beat Cats.

Ich bin Werner Fuchs sehr verbunden, dass dieses Buch realisiert werden konnte. Ich bin jetzt mal ganz unbescheiden und sage, es gibt kein besseres zu diesem Thema auf dem deutschen Markt. Werner Fuchs hat es möglich gemacht. Dafür danke ich ihm aufrichtig. Ohne ihn hätte es Shakin‘ All Over nicht gegeben. Ich kann mich noch erinnern, wie er mir sagte, es müsse mal ein Buch über die deutsche Musikszene der 60er Jahre geschrieben werden. Er saß bei mir im Auto, ich fuhr ihn nach einem Konzert nach Hause. Ich fragte ihn daraufhin, wer das denn schreiben solle, und er antwortete: „Na, Du!“

Es war immer eine ergänzte 3. Auflage im Gespräch (bei einem Verlag stand ich sogar per Handschlag im Wort und hätte zwei Bände mit insgesamt 1.000 Seiten daraus machen können), aber im Zeitalter des Internets tauchten immer mehr Bands, die ich zu ergänzen gedachte, im world wide web mit eigenen Webseiten auf, und es gab immer mehr Bücher, die sich auf die regionalen Beatszenen kaprizierten (siehe auch “Books Books Books“). Was sollte ich da nun noch anhängen? Die Bandhistorien sind allemal alle ähnlich – ein paar Kumpels kommen zusammen, dann gibt es erste Personalwechsel, dann hat man eine kleine Hoch-Zeit, doch plötzlich kommt die eine oder andere Hochzeit, die Bundeswehr oder das Studium dazwischen. Aus. Allein die zu erzählenden Anekdoten unterscheiden sich. (Die fehlen mir im Übrigen in fast allen Buchveröffentlichungen zur deutschen Beatszene – da sind viele Buchhalter am Werk oder Philatelisten, aber keine Geschichtenerzähler.)

Diese „Beatstiefel“ (Cuban Heel Boots) sind die von Ulf Krüger, The Phantom Brothers, so wie er sie auszog, als sich die Phantom Brothers auflösten. Heute stehen Sie im Popmuseum in Gronau.

Shakin‘ All Over hat meiner Gesundheit geschadet. Abends nach der Arbeit bis 10 Uhr Telefonate mit Musikern, Managern, Beteiligten jedwelcher Couleur (damals gab es noch keine Flatrates für das Telefon, also den billigsten Anbieter raussuchen und bei einer bestimmten Uhrzeit sagen: „Ich rufe gleich noch einmal an“, weil es nun einen besseren Anbieter gab). Dann alles in die Tasten hauen, bis nachts um 3, vollgepumpt mit Kaffee ins Bett und nicht schlafen können. Wenn ich Glück hatte, rief keiner um halb 2 nachts an, wie Achim „Muff“ Mozek, um mir zu erklären, dass er seine Gitarre nun einmal anders gestimmt habe und ich möge doch ein wenig zuhören, denn er wolle mir das mal vorspielen. Muff ist ein toller Typ – die Team Beats habe ich immer sehr geschätzt – aber das war anstrengend. Morgens vor 7 wieder aufstehen und zur Arbeit – und die hat nie gelitten, ich schwöre es – und nach einer Zeit bekomme ich vom Arzt die dunkelrote Karte. Seit Februar 2001 haben wir einen Hund, na gut, jetzt schon den zweiten. Der bringt Struktur in unser Leben, besonders meins.

Wer das Buch damals gekauft hat, dem danke ich. Wer es als 1. oder 2. Auflage kaufen will, muss tief in die Tasche greifen, bei ZVAB oder booklooker wird es gelegentlich angeboten, aber immer wird ein dreistelliger Betrag aufgerufen. Nun sehe ich allerdings einen Silberstreif am Horizont.

Werner Fuchs und sein Bruder Joachim, die nun die FanPro-Aktivisten sind, wollen nun eine 3. Auflage herausbringen. Mann, das wäre toll. Aber geändert wird nichts, denn das Buch spiegelt die Beatära in Deutschland gut wieder. Wenn nun eine Band fehlt, so what? Allein ein Kapitel über Groupies hätte ich gerne noch angehängt, aber die mir bekannten Ansprechpartnerinnen gibt es nicht mehr. Ich hätte sie vor zehn Jahren interviewen sollen.

Im Anschluss findet Ihr ein paar Leseproben als pdf-Dateien. Sollte das Buch nun wider erwarten nicht neu aufgelegt werden, so stelle ich das gesamte Buch als pdf-Datei auf diese Webseite. Versprochen!

Ach ja! Ich fand eine dritte deutsche Band, die im „Cellar of Cellars“ gespielt hat. Sucht mal auf dieser Webseite – ihr werdet sie finden.

>> Leseprobe 1

>> Leseprobe 2

>> Leseprobe 3

Wer Interesse an der Neuauflage von Shakin‘ All Over hat, der wende sich an FanPro über untenstehenden Link:

 

 

Keep rockin‘!

 

  1.   „In Black and White, in Beat and Sweet“ und „Some Folks by The Lords“