Hier einige Korrekturen und Nachträge zu OTTO & DIE BEATLEJUNGS

                                                                                                                                                                                            


Seite 8 oben: Die Gaststätte in Ostfriesland ist Bei Jonny Dieling.
Seite 22 unten links: Der junge Mann neben Casey Jones ist nicht Roland Freund. Es ist Chris Priemel.
Seite 25 oben: Das Foto wurde beim Bandwettbewerb 1967 in Delmenhorst aufgenommen.
Seite 62 oben: Die abgebildete Band sind Les Partisans aus Delmenhorst!

Seite 73 unten: Rolf Eden, Engelbert Michas, Wolfgang Roth, Peter Hentschel (v.l.n.r.)
Seite 76: Peter Jacobs, Achim Aden, Waltraud Dirks, Werner Schartel, Detlef Horn (v.l.n.r.)

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Nachträge von A-Z (aber nicht in der Reihenfolge!):

Rod Siebke hat mir ein paar KENNY LEE & THE MARK FOUR Fotos zukommen lassen, die er vom damaligen Rhythmusgitarristen Mick "Spud" Thompson bekommen hat... aufgenommen im Big-Ben Club, WHV, 1964. Später benannte sich die BAnd in The Creation um und wurde berühmt.




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Und da besuchen doch Berliner, die schon im Cavern Club aufgetreten waren, für ein Wochenendgastspiel Oldenburg!!



Und Rainer Schallert, der Bassist der Beat Cats, erinnert sich:
Das war ganz grauselig. Vor uns, auch am Sonntagnachmittag, spielten jeweils die Mavericks. Wir fanden die ganz schön traurig, und sie spielten auch noch falsch. Wir mussten bis Sonntagabend 22°° h spielen. Dann noch 2 Zugaben, ich glaube "Skinny Minnie" wollte das Publikum. Die Oldenburger wollten ihre Lieder hören,  und die kannten wir gar nicht. Jedenfalls war es so ca. 24°° h, als wir dort mit dem Bandbus vom Hof ritten - ab nach Berlin. Alle schliefen im Bus auf den Instrumenten. Wir hatten Gott sei Dank einen Fahrer.

Irgendwann wurden wir wieder wach! Eine Stimme sagte auf sächsisch: "Die Papptire bidde". Dann kam der Nachsatz "Hat jemand was anzumelden? Waffen, Rauschgift, Munition?"
Eine Stimme aus dem Bus sagte: "Braucht man das hier?"
"Alle raus aus dem Bus!! Die Hände an die Wand!!"
So standen wir dort, wie die Ölgötzen. Da waren alle wieder wach. Der Bus wurde gründlich durchsucht. Alle Boxen wurden aufgeschraubt, mitten in der Nacht.
Von da an hat niemand mehr an der Zonengrenze "Piep" gesagt.

Und ein Bild zum Auftritt in OL liegt auch vor.
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Schau'n wir mal nach Wilhelmshaven: Big-Ben-Club-Besitzer Wolfgang Ullrich und der Bandbus der englischen Band Bobby Gibson & the Bondsmen (man beachte die Landkarte auf der Wagentür...
gegenüber England liegt Deutschland auf der anderen Kanalseite).
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The Firestones im Star-Palast, Oldenburg, 1966

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The Lovelights vor fast ausverkauftem Haus


The Lovelights

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The Pretty Faces, Oldenburg, beim Beat-Länderkampf in NL... man beachte die neckische Deko!



The Pretty Faces, Oldenburg, beim Beat-Länderkampf in NL



The Pretty Faces, Oldenburg, beim Beat-Länderkampf in NL... Heinzi macht den Mick Jagger
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Publikum beim Scouts-Auftritt



Publikum beim Scouts-Auftritt


The Scouts, Wiesmoor, am Anfang ihrer Karriere


Publikum beim Scouts-Auftritt
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THE TROTTERS

hier im Club 69 in Emden, Juni 1964 (v.l. Michael Meisenberg, Leo Schulz, Ali Ammermann, Roland Freund)


Leo Schulz berichtet:

"Ich habe mit Roland Freund, der damals Akkordeon spielte und der von mir die ersten Gitarrengriffe gelernt hat, 1963 die Band The Hot Dogs gegründet. Wir traten damals in der Hohenzollern Klause in Emden auf, wir spielten alles, was verlangt wurde. Michael Meisenberg stieß dann wie beschrieben zu uns, und wir änderten auf seinen Wunsch hin den Namen der Band in The Trotters."

Einen der ersten Auftritte hatten Roland und Leo, noch ohne Namen, zusammen mit Freund Jann Meyer an der Trompete, in Eilsum. "Sonst lieh uns Jann Meyers Schwester immer ihr Akkordeon, damit wir ein paar Schlager bringen konnten. An dem Abend aber war sie stur." So müssen sie denn vor konservativem Publikum fast ganz auf ihr Rock-'n'-Roll-Repertoire zurückgreifen. "Ich sehe schon, wie die Minen im Publikum sich verdüsterten, da sind wir dann geflüchtet!"

 THE TROTTERS, Leo Schulz, Ali Ammermann, Michael Meisenberg und (u.) Roland Freund, in den schwarzen Lee-Jeans, gekauft bei Angel Schulz, Brückstraße, Emden, richtig! Neben Jeans gab es Anglerbedarf!


Dann kam die Hot-Dogs-Zeit und als Michael Meisenberg sein Wort hielt, The Trotters. Man hatte kaum ein bißchen geprobt, da ging es auch schon los: "Die neu eröffnete Gaststätte Club 69 (später Holtenpoort) suchte bald eine Band, und so traten wir dort 1964 – bis einschließlich Mai - mit großem Erfolg auf." Die Band bestand nun aus Michael Meisenberg (voc, gtr), Roland Freund (gtr), Albert "Ali" Ammermann (dr) und Leo Schulz (dr,voc). Im Reichshof gab es einen Riesensaal, aber der stand eigentlich leer. "Wir haben die Besitzer, Familie Emmerich, dann überzeugt, dort uns als Band spielen zu lassen." Bereits am ersten Abend war es gerammelt voll. Und so sollte es über viele Monate bleiben. Der Reichshof wurde so schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.



THE TROTTERS, im Reichshof, Emden, 2.5.65, auf der legendären Bühne auf der Empore

 

Albert Ammermann mußte dann einem Engländer weichen. "Der kam von einer englischen Band, die hier in Emden auseinander gebrochen war. Das war der beste Schlagzeuger, den die Region bis dahin gesehen hatte. Wenn der ein Schlagzeugsolo spielte, dann ging das eine Viertelstunde, und wir konnten an die Theke, einen heben. Der sang auch noch wie Little Richard, hatte ein weißes Perlmuttschlagzeug und eine weiße Fender Stratocaster." Jener Engländer durfte zweimal über's Wochenende nach Hause, beim zweiten Mal wurde er in England festgehalten, weil er seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachgekommen war. Die Strat und das Schlagzeug blieben in Emden, und als Ersatz wurde der alte Kumpel Jann Meyer an Bord geholt, als Bassist. "Bis dahin hatten wir ja keinen richtigen Bassisten. Eher drei Gitarristen." Am Schlagzeug wechseln sich Michael und Roland ab.

Bald zog es Jann Meyer nach Hamburg, und Albert trommelte wieder. "Ich selbst war in einer KFZ-Mechaniker-Lehre und hatte durch den täglichen Einsatz eine Menge Stress - als nun einziger Berufstätiger in der Band. Wir bekamen 1964 im Monat schon jeder 1000 Mark für unsere Musik. Das war eine Menge Geld, und es verführte meine Kollegen, aus ihren Berufen auszusteigen. Ich habe aber die ganze Zeit über gearbeitet. Morgens sechs Uhr auf, dann bis 17 Uhr gearbeitet, nach Hause, eine Stunde auf's Ohr und um 20 Uhr auf die Reichshof-Bühne." Jann Meyer: "Ich hatte es ein wenig besser. Ich war ja bei Radio und Fernseh Steffens. Da fingen wir erst um 9 Uhr an."

 

Leo Schulz: "Nach bestandener Gesellenprüfung wurde es mir dann doch etwas leichter. Ich arbeitete weiter in meinem Beruf, was sich langfristig als Vorteil herausstellte. Michael Meisenberg beschloss zu gehen, um ein Maschinenbau-Studium anzutreten. Sein Weggang war schmerzhaft: als Neuzugang kam Karl-Heinz Trenn. Auch er war in der Lehre, aber auf Grund des Stresses und der guten Bezahlung hat er seine Ausbildung hingeschmissen. Ich hab mehrere Male bei ihm zu Hause mit seiner Mutter versucht, ihn davon abzubringen - vergeblich."  Es wurde nicht nur ein neues Programm nötig, auch ein neuer Leadsänger mußte eingeschliffen werden: Leo Schulz. Das hieß Texte und Melodien lernen. "Die Mädchen von der Oberschule haben mir die Texte rausgeschrieben."  

 THE TROTTERS, im Reichshof, Emden, 20.4.65, im vorderen Saal ohne Bühne während der Umbauarbeiten

Nach Michaels Abgang wurde es ruhiger im Reichshof, seine Fans vermissten ihn als Sänger sehr. Das Aus im Reichshof kam dann Ende Mai 1965. Jetzt hatten die Mitstreiter ein Problem: sie brauchten die Gagen. Schnell wurde nach einer neuen Auftrittsgelegenheit gesucht. In Aurich-Wallinghausen ergab sich etwas. Aber nur noch am Wochenende, so konnte der Leo mal Luft schnappen.  

 THE TROTTERS, im Reichshof, Emden, 1.1.65 (v.l. Jann Meyer, Michael Meisenberg, Roland Freund, Leo Schulz)

"Der Erfolg stellte sich auch in Wallinghausen sehr schnell ein, und wir hatten immer volles Haus. Roland kam dann auf die Idee, auch andere Orte  zu versuchen." Walter Obiora, damals Klavierbauer bei der Musik Firma Rehbock, hatte Kontakte, da seine Firma von Norden, Emden und Papenburg Geschäfte hatte. Er wurde Manager der Trotters und machte Termine und Auftritte in Papenburg, Leer und Lathen perfekt. "Wir hatten ja diesen Traum, eine Tournee machen. Und durch ihn wurde diese regionale Tournee dann möglich." Mit großem Erfolg, der Name der Band hatte Zugkraft. Und bei Barkei in Leer, wo sie auf eigene Rechnung spielten, wurde die Kasse geklaut, wohl weil sie schön voll war. "Das war sehr seltsam. Das war nach der Nachmittagsveranstaltung, aber weil wir am Abend noch einmal auftraten, konnten wir die Saalmiete und 50 Mark für jeden hereinspielen. " Auch da war der Saal gerammelt voll. In Hamburg hatten die Trotters ein paar Engländer gesehen, welche die Gitarren hinter dem Kopf spielten. Das machten sie nun auch, bei Wipe Out - alle drei Gitarristen. Das Publikum war beeindruckt. 

THE TROTTERS, in Wallinghausen, Juli 1965, mit der tollen Bühnendeko (v.l. Ali Ammermann, Leo Schulz, Roland Freund, Charly Trenn, rechts unten in Weiß: Walter Obiora)

 

"Der Hammer war ja schon vorher gekommen, in Form von zwei Einberufungsbescheiden zum Grundwehrdienst für Albert und mich. Zum 01.10.1965 mussten wir beide den Grundwehrdienst, damals 18 Monate, antreten. In einigen Tageszeitungen waren Artikel von den Trotters zu lesen, die mich sehr ärgerten, so auch das Buch von Ihnen, denn wie sie sehen, hat die Geschichte ein anderes Gesicht. Otto hat niemals mit den Trotters gespielt. Einziger gemeinsamer Auftritt war ein Band-Wettbewerb in Aurich-Sandhorst, wo auch Otto mit seiner Gruppe auftrat. Den Wettbewerb gewannen wir vor Ottos Gruppe." Jann Meyer: "Otto hat sehr wohl mit den Trotters gespielt. Wir hatten ja sonntags nach dem Nachmittagstanztee eine Pause bis 20 Uhr. Da bin ich raus nach Larrelt, wo die Rustlers spielten. Ich habe dann bei denen ein paar Nummern mitgespielt. Die wiederum hatten früher Schluss als wir, und so ist Otto zu uns in den Reichshof gekommen und hat bei uns ein paar Stücke mitgespielt."  Leo Schulz: "Da ich vom ersten bis zum letzten Auftritt Mitglied der Trotters war, kann ich zur Geschichte der Band eine Menge sagen. Wir waren zu unserer Zeit ohne Übertreibung die erfolgreichste Gruppe in der Region. Das Ende der Trotters kam nicht, wie in einer Zeitung zu lesen war, wegen Erfolglosigkeit, sondern durch die Bundeswehr. Nach dem letzten Auftitt im Kolpinghaus, Papenburg, am 26.9.65 löste sich die Band auf. Es gab nie wieder einen gemeinsamen Auftritt."


THE TROTTERS, im Reichshof, Emden, 8.5.65, auf der legendären Bühne auf der Empore